Netflix-Miniserie »Cassandra«

Netflix-Miniserie »Cassandra«

Seit dem 6. Februar 2025 ist auf Netflix die deutsche Science-Fiction-Serie mit dem mythischen Namen »Cassandra« zu sehen. Zur Erinnerung: Kassandra war die schöne Tochter des trojanischen Königs Priamos, die Apollon zurückwies, von ihm deshalb verflucht wurde und deren Schicksal nach der Eroberung Trojas tragisch endete. Regisseur und Drehbuchautor der Fernsehserie ist Benjamin Gutsche. Das Drehbuch montiert Einfälle aus »2001 – A Space Odyssee«, »Ex Machina« und »Transcendence« zu einer tragischen Geschichte mit Thriller- und Horror-Elementen.

In Kürze der Inhalt (kein Spoiler): Die Serie spielt im Deutschland der Gegenwart. Eine Familie mit zwei Kindern zieht in ein einsam gelegenes Haus aus den späten 1960er Jahren ein. Durch den Tapetenwechsel wollen sie Abstand zu einem furchtbaren Ereignis ihres Lebens bekommen. Das Haus stand anscheinend lange leer, denn die Einrichtung ist noch original im Stil der frühen Bundesrepublik. Hierzu zählt eine antiquiert wirkende Gebäudeautomatisierung mit einem exzentrisch gestalteten Roboter (siehe Titelfoto). Beides steuert ein Zentralrechner, der sich im Lauf der Geschichte als gefährlich herausstellt.

Viele Teile der spannenden Miniserie sind sehr gelungen: Zum Beispiel ist der Drehort, das Design und die Ausstattung des Hauses perfekt. Von den Darstellern überzeugte mich am meisten Lavinia Wilson, die dem Computer mit ihrer Mimik Charakter verleiht. Das größte Manko der Serie ist ihre Überfrachtung. Es scheint, als ob man auf Biegen und Brechen versucht hat, die an sich sehr gute Geschichte mit abstrusen Einfällen zu vernageln. Als Resultat bleibt eine Miniserie mit bemerkenswerten Ansätzen zurück, deren haarsträubendes Ende den positiven Gesamteindruck verpfuscht.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Cassandra_(Fernsehserie)

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