CSO, Giulini – Bruckner Symphonie Nr. 9

CSO, Giulini – Bruckner Symphonie Nr. 9

Carlo Maria Giulini sagte einmal »Ich finde nicht, dass ich dirigiere – ich würde es lieber so ausdrücken, dass ich mit diesen wunderbaren Menschen zusammen Musik mache.« Kaum ein Dirigent galt als so bescheiden und hat uns doch so manche einzigartige Aufnahme hinterlassen. Eine von Giulinis hörenswertesten Einspielungen ist seine Interpretation von Bruckners letzter Symphonie mit dem Chicago Symphony Orchestra. Alfred Beaujean lobte diese Aufnahme in der HiFi Stereophonie 1978/2 als eine der besten Bruckner-Aufnahmen der letzten Jahre und bezeichnete Giulini als einer der »profundesten Bruckner-Dirigenten der Gegenwart«. Nun sind schon viele Jahre vergangen und die Aufnahme hat mit den neueren Einspielungen starke Konkurrenz bekommen. Kann sie auch heute noch bestehen? Die Tempi dieser Interpretation sind breit, aber lange nicht so, wie in Giulinis späterer Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern. Durch die Ruhe zusammen mit der unerbittlichen Härte ergibt sich eine einzigartige Deutung. Die Interpretation folgt nicht ganz der nüchternen Lesart von Gielen und Wand, ist aber weit entfernt von Jochums weihevollen Interpretationen. Fazit: Diese Aufnahme ist eine der empfehlenswertesten Aufnahmen von Bruckners 9. Symphonie. Oder wie Alfred Beaujean sagte: »Die Platte ist ein Muß für jeden, der sich ernsthaft mit Bruckner beschäftigen will.«

Interpreten

Chicago Symphony Orchestra; Carlo Maria Giulini; EMI Electrola; 1976 (heute über Warner erhältlich)

Inhalt

Bruckner Symphonie Nr. 9 d-moll (Originalfassung, Edition Leopold Nowak)

  1. Feierlich, misterioso, 25:05
  2. Scherzo (bewegt, lebhaft) & Trio (schnell), 11:04
  3. Adagio (langsam, feierlich), 26:45

Wertung

  • Interpretation ★★★★★
  • Klang ★★★★★

Bezugsquellen

  • Qobuz
  • JPC

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.